dersven • 8. Oktober 2026

Liebe Selbstdenker, liebe Freigeister und Humanisten.

Erlaube mir eine sehr persönliche Friedensrede zur historischen Grundsatzrede von Marco Rubio in Athen.


Meine Rede findet sich weiter unten. Vorab noch ein paar Zeilen zum warm machen.

Lieber Mensch,


ich bin mir sicher, wir stehen an dem Kipppunkt einer Entwicklung, die uns entweder zurück in die Logik unserer Ahnen führt oder vorwärts zu einem höherem Bewusstsein, das die Menschheit in Freiheit, Frieden und Liebe vereint. Beides ist möglich in den kommenden Monaten und Jahren. Was auch immer passiert – der Bewusstseinssprung wird kommen. Es ist nur eine Frage ob dies in ein paar Jahrhunderten, Jahrtausenden oder schon in Kürze passiert.  Es hängt allein an unserem freien Willen. Welchen Weg wählen wir? Die Verlängerung oder Abkürzung?  

Entscheide selbst, welcher Rede Du Dich anschließen willst.
Du hast die freie Wahl, solange Du Dich Deines freien Willens bedienst. 



Und höre Dir nun meine Grundsatzrede zur Rede von Marco Rubio an, die ich leider nur in Gedanken in Athen hielt.    
Einfach auf das Foto klicken. Weiter unten kannst Du den gesamten Text der Rede auch nachlesen.


Meine Damen und Herren,


wenn man hier steht, über Athen, im Schatten der Akropolis, spricht die Geschichte nicht mit einer einzigen Stimme. Sie spricht mit vielen. Sie spricht aus dem Marmor, aus den Säulen und den zerbrochenen Steinen. Aber sie spricht auch aus den Lücken: aus dem, was nicht gebaut wurde, aus den Menschen, deren Namen nicht überliefert sind, und aus den Stimmen, die in den großen Erzählungen oft nicht gehört wurden.


Wir sind an einem Ort, der zu den bedeutendsten Symbolen menschlichen Denkens gehört. Hier nahm eine politische Idee Gestalt an, die bis heute herausfordert: dass Menschen nicht bloß Untertanen einer Macht sein müssen, sondern über die gemeinsame Ordnung ihres Lebens nachdenken und mitentscheiden können.

Hier blühten Philosophie, Theater, Geschichtsschreibung, Mathematik und Kunst. Die Griechen fragten, was gerecht sei, was ein gutes Leben ausmache, wie wir wissen können, was wahr ist, und welche Verantwortung der Einzelne gegenüber der Gemeinschaft trägt.


Das verdient unsere Bewunderung. Aber echte Bewunderung verlangt keine Verklärung.


Die antike Welt war nicht die Heimat einer vollendeten Gleichheit. In Athen, dessen Demokratie bis heute unser Denken prägt, waren Frauen, Fremde und versklavte Menschen von politischer Teilhabe ausgeschlossen.

Sklaverei war kein Randphänomen, sondern Teil der gesellschaftlichen Ordnung. Auch Rom schuf Recht, Verwaltung, Literatur und Straßen, die Kontinente verbanden; zugleich beruhte seine Macht auf Eroberung, Zwangsarbeit und der Unterwerfung ganzer Völker. Die Größe einer Zivilisation zeigt sich nicht nur in dem, was sie erschuf. Sie zeigt sich auch darin, ob wir den Mut haben, ihre blinden Flecken zu erkennen.


Die Vergangenheit ist kein Altar, vor dem wir uns beugen müssen. Sie ist ein Gespräch, an dem wir teilnehmen dürfen. Wir können die Fragen der Alten weitertragen und zugleich ihre Antworten prüfen. Wir können ihre Kunst lieben, ohne ihre Hierarchien zu übernehmen; ihre politischen Ideen würdigen, ohne zu behaupten, sie hätten schon allen Menschen gegolten.


Und wenn wir dieses Gespräch ernst nehmen, dann dürfen wir es nicht an den Grenzen Europas beenden.


Während griechische Denker über Tugend, Erkenntnis und die Ordnung der Polis stritten, entstanden in anderen Teilen der Welt ebenso tiefgreifende Traditionen. 


In Indien fragten die Upanishaden nach dem Verhältnis des Selbst zur Wirklichkeit; der Buddhismus stellte Mitgefühl und die Überwindung des Leidens ins Zentrum. Ashoka, einst ein Herrscher, der durch Krieg sein Reich vergrößert hatte, wandte sich nach dem Blutvergießen von Kalinga einer Politik zu, die moralische Verantwortung, religiöse Toleranz und Fürsorge betonte.

In China lehrten Konfuzius und seine Nachfolger über Menschlichkeit, Pflicht und eine gerechte Ordnung; der Daoismus erinnerte daran, dass nicht jede Kraft sich im Beherrschen und Erzwingen beweist.


Diese Traditionen sind nicht identisch. Sie sind nicht bloß verschiedene Namen für dieselbe Lehre. Jede hat ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Konflikte und ihre eigenen Widersprüche. Aber sie alle erweitern den Horizont dessen, was wir unter Weisheit verstehen. Sie erinnern uns daran, dass keine einzelne Kultur das Monopol auf Vernunft, Schönheit oder moralische Einsicht besitzt.


Wenn wir die Antike studieren, sollten wir deshalb nicht nur fragen: Was haben die Griechen und Römer uns gegeben? Wir sollten auch fragen: Wen haben wir übersehen? Welche anderen Stimmen hätten wir hören können? Und was gewinnen wir, wenn wir Geschichte nicht als Besitz einer Zivilisation, sondern als gemeinsames Erbe der Menschheit betrachten?


Denn die Geschichte lehrt uns nicht nur, wie Staaten wachsen. Sie lehrt uns, wie leicht Menschen sich von Angst und Ehrgeiz verführen lassen. Wie rasch aus Stolz Verachtung wird, aus Verachtung Feindschaft, aus Feindschaft Krieg. Sie erzählt von Feldzügen, die als Ruhmestaten gefeiert wurden, und von den Körpern und Familien, die dafür den Preis bezahlten. Sie erinnert uns daran, dass der Sieg eines Reiches nicht dasselbe ist wie der Sieg der Menschlichkeit.


Europa kennt diese Lektion auf schmerzliche Weise. Im zwanzigsten Jahrhundert führten zwei Weltkriege zu Zerstörung von kaum vorstellbarem Ausmaß. Sie wurden nicht von Unwissenheit allein getragen. In ihrem Umfeld fanden Nationalismus, Rassenwahn, imperiale Ambitionen und die Verherrlichung von Gewalt Unterstützung — auch unter gebildeten Menschen und in den Eliten.

Gelehrsamkeit schützt nicht automatisch vor Fanatismus. Vertrautheit mit Homer, Vergil oder Thukydides macht niemanden immun gegen die Versuchung, den Krieg als reinigendes Schicksal, als Bühne des Heldentums oder als Werkzeug nationaler Größe zu verklären.


Gerade deshalb müssen wir vorsichtig sein, wenn wir aus der Vergangenheit politische Rezepte ableiten. Die Alten kannten Tapferkeit. Aber Tapferkeit besteht nicht nur darin, in den Kampf zu ziehen. Manchmal besteht sie darin, den Kampf zu verhindern. Sie besteht darin, den Gegner als Menschen zu sehen, bevor die Sprache ihn zum Ungeheuer macht. Sie besteht darin, einem Publikum nicht das zu sagen, was es am liebsten hören möchte, sondern das, was es hören muss: dass Stärke ohne Selbstbegrenzung zur Gefahr wird.


Wenn wir zum Beispiel Sokrates dafür ehren, dass er für seine Überzeugung den Tod hinnahm, sollten wir auch fragen, worin diese Überzeugung bestand. Sokrates war selbst Soldat; wir sollten ihn nicht nachträglich zu einem Gegner jedes Krieges machen. Aber er lehrte, dass Mut nicht im Gehorsam allein liegt und dass kein Befehl das eigene Gewissen von der Verantwortung entbindet. In Athen widersetzte er sich einer Anordnung, die er für ungerecht hielt. Darin liegt eine andere, ebenso anspruchsvolle Form von Tapferkeit: nicht nur dem Tod ins Auge zu sehen, sondern sich zu weigern, Unrecht zu tun. Wenn wir Sokrates auf der Akropolis anrufen, dann sollten wir deshalb nicht nur seinen Tod für die Wahrheit erinnern. Wir sollten auch seine Frage an uns richten: Welche Wahrheit sind wir bereit zu leben? Wer ist im Besitz der Wahrheit. Wessen Wahrheit ist die wirklich wahre für die wir kämpfen sollten? Und . Viel wichtiger noch - welches Unrecht sind wir bereit, nicht zu begehen?


Wir sollten nicht die Vorbereitung auf Krieg zum höchsten Ausdruck unserer politischen Reife erklären. Eine verantwortliche Gesellschaft muss ihre Menschen schützen und darf Bedrohungen nicht naiv ignorieren. Aber Verteidigung ist ein Mittel, kein Sinn des Lebens. Waffen können einen Angriff abwehren; sie können keine Versöhnung schaffen. Abschreckung mag Zeit gewinnen; sie kann nicht anstelle von Vertrauen, Verhandlungen und gerechteren Beziehungen treten. Wenn wir nur fragen, wie wir uns auf den nächsten Krieg vorbereiten, aber nie, wie wir ihn verhindern, dann haben wir die wichtigste Frage ausgelassen.


Was wäre, wenn wir Heldentum neu verstehen? Nicht als Ruhm, der auf dem Sieg über andere beruht, sondern als die Bereitschaft, Leid zu lindern. Als Mut, Schutzlosen beizustehen. Als Disziplin, Macht nicht zu missbrauchen. Als Geduld, zuzuhören, wenn Wut einfacher wäre. Als politische Kunst, eine Tür offenzuhalten, auch wenn die Geschichte sie schon oft zugeschlagen hat.


Und was wäre, wenn Patriotismus nicht bedeutete, die eigene Nation über alle anderen zu stellen? Wenn er vielmehr hieße, für das Beste im eigenen Land Verantwortung zu übernehmen: für seine Freiheit, seine Gerechtigkeit und seinen Beitrag zu einer friedlicheren Welt? Eine Liebe zum eigenen Gemeinwesen, die andere Gemeinwesen nicht verachtet, ist keine schwächere Liebe. Sie ist eine reifere.


Die großen Religionen und philosophischen Schulen der Welt haben in unterschiedlichen Sprachen nach dem gesucht, was Menschen verbindet.

Viele sprechen von Mitgefühl, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Gastfreundschaft oder der Pflicht, dem anderen keinen Schaden zuzufügen. Sie widersprechen einander in wichtigen Fragen; keine ehrliche Rede darf diese Unterschiede auslöschen. Und doch können wir in ihnen eine Einladung erkennen: den Menschen vor uns nicht nur als Angehörigen eines fremden Volkes, einer anderen Religion oder eines politischen Gegners zu sehen, sondern als ein Wesen, das hoffen, leiden, lieben und trauern kann.


Manche nennen den Grund dieser Verbundenheit Gott, andere nennen ihn Natur, Gewissen, Mitgefühl oder die gemeinsame Würde des Lebens. Ich möchte hier keine letzte Wahrheit erzwingen. Aber ich glaube, dass Menschen aus einer Wirklichkeit hervorgehen, die größer ist als ihre Grenzen und Feindschaften — einer schöpferischen, liebenden Kraft, die uns nicht dazu bestimmt, einander zu vernichten, sondern einander wahrzunehmen. Wenn wir uns dieser Einheit öffnen, wird Verschiedenheit nicht zur Bedrohung. Sie wird zu einer Aufgabe: einander besser zu verstehen, ohne einander gleichmachen zu müssen.


Europas Geschichte erzählt auch von Begegnungen über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg. Im muslimisch regierten Al-Andalus – besonders in Städten wie Córdoba – lebten über lange Zeiten Muslime, Christen und Juden nebeneinander. Der jüdische Gelehrte und Arzt Hasdai ibn Shaprut wirkte an den Höfen und gilt heute als Architekt und Wegbereiter des  Goldenen Zeitalters der jüdischen Kultur in Spanien. Der moslemische Philosoph und Richter Ibn Rushd, und der jüdische Philosoph und Arzt Maimonides stammten beide aus Córdoba im islamischen Spanien. Sie lebten in einer von der arabisch-islamischen Hochkultur geprägten Umwelt und wirkten nicht nur als Philosophen, sondern auch als bedeutende Ärzte und Juristen bzw. Religionsgelehrte. Beide hatten das Ziel, das aristotelische Weltbild und die Vernunft (Rationalität) mit der jeweiligen religiösen Tradition (Islam bzw. Judentum) in Einklang zu bringen. In solchen Städten blühten Architektur, Dichtung, Medizin, Mathematik und Astronomie. Wissen wanderte zwischen Sprachen und Gemeinschaften: Texte aus der griechischen Antike wurden bewahrt, kommentiert und weitergegeben, oft über arabische Übersetzungen, und gelangten später auch in lateinische Gelehrtenkreise.

Doch auch diese Geschichte sollten wir weder verklären noch auf ein Idealbild verkürzen. Jüdische und christliche Gemeinschaften konnten ihren Glauben vielerorts praktizieren, waren aber häufig rechtlich nicht gleichgestellt; Schutz, Abgaben und Freiheiten unterschieden sich je nach Zeit, Herrscher und Ort. Es gab Phasen des Austauschs und der vergleichsweisen Offenheit, aber auch Zwang, Verfolgung und Vertreibung. Gerade diese Wirklichkeit macht die Lehre bedeutsam: Kulturelle Blüte entsteht nicht dadurch, dass Unterschiede verschwinden, sondern wenn Menschen trotz Unterschieden miteinander lernen können – und sie bleibt verletzlich, wenn Macht die Würde anderer einschränkt.

Es stimmt. Die Akropolis ist ein Ort der Erinnerung. Aber sie ist nur ein Teil jener vielfältigen Erinnerung, auf die wir unsere europäische Identität stützen können.

Auch die Welt der Wikinger gehört dazu — nicht als Legende makelloser Helden, sondern als widersprüchliche Geschichte von Mut, Neugier, Handel und Gewalt. Ihre seetüchtigen Schiffe, ihr Können in Navigation und Handwerk und ihre weitreichenden Handelsnetze verbanden den Norden Europas mit dem Osten bis nach Byzanz und in die islamische Welt. Sie siedelten im Nordatlantik und erreichten um das Jahr 1000 auch Nordamerika. Doch wir dürfen darüber nicht die Raubzüge, Versklavung und Verwüstung vergessen, die ebenfalls Teil dieser Geschichte waren. Ihren Entdeckergeist zu würdigen heißt nicht, ihre Gewalt zu feiern; es heißt, die menschliche Neugier und Fähigkeit zum Austausch zu erkennen, die selbst in einer rauen und kriegerischen Zeit Grenzen überschritten. 


Auch von den sogenannten Germanen sollten wir mit Sorgfalt sprechen. Dieser Name fasst sehr unterschiedliche Gemeinschaften zusammen; er bezeichnet kein einheitliches Volk mit einer gemeinsamen politischen Ordnung oder unveränderlichen Wesensart. Ihre Geschichte kennen wir durch archäologische Funde, durch Kontakte und Konflikte mit Rom und durch Überlieferungen, die oft erst viel später aufgezeichnet wurden. Darin finden wir handwerkliches Können, eigene Rechts- und Gemeinschaftstraditionen und vielfältige Begegnungen mit der römischen Welt — aber auch Krieg, Eroberung und Machtkämpfe. Keine dieser Geschichten muss zur Heldensage verklärt werden, um bedeutsam zu sein.


All diese Erinnerungen dürfen nicht bloß die Vergangenheit, wie hier bei der Akropolis, in Stein verewigen. Sie müssen uns helfen, die Zukunft anders zu gestalten.

Lassen wir uns also von den Griechen inspirieren, indem wir Fragen stellen. Von den Römern, indem wir über Recht und gemeinsame Institutionen nachdenken — und zugleich daran erinnern, dass Macht Regeln braucht.

Von den Weisheitstraditionen Indiens und Asiens, indem wir Mitgefühl, Selbstprüfung und die Begrenzung des eigenen Machtwillens ernster nehmen. Und von den Erfahrungen Europas, indem wir nie wieder die Verherrlichung des Krieges mit Weisheit verwechseln.


Unsere Aufgabe ist nicht, eine verlorene Größe wiederherzustellen. Unsere Aufgabe ist, eine menschlichere Größe zu schaffen.


Eine Größe, die sich nicht daran misst, wie viele Gegner sie besiegt, sondern wie viele Leben sie bewahrt. Nicht daran, wie laut sie ihre Stärke verkündet, sondern daran, wie verantwortungsvoll sie mit ihr umgeht. Nicht daran, wie einmütig sie ihre eigene Geschichte erzählt, sondern daran, wie ehrlich sie auch die Stimmen hört, die lange ausgeschlossen waren.

Mögen wir die Schönheit der Antike bewahren, ohne ihre Ungerechtigkeiten zu wiederholen. Mögen wir aus den Kriegen lernen, ohne Krieg zum Schicksal zu erklären. Mögen wir unsere Heimat lieben, ohne die Menschheit aus dem Blick zu verlieren. Und mögen wir den Mut finden, nicht nur für den Frieden zu rüsten, sondern Frieden zu üben: in der Sprache, in der Diplomatie, in der Gerechtigkeit und in der täglichen Anerkennung unserer gemeinsamen Menschlichkeit.


Denn die höchste Form menschlicher Stärke ist nicht, dass wir die Macht haben, Krieg zu führen. Sie ist, dass wir die Weisheit, den Mut und die Vorstellungskraft besitzen, ihn nicht führen zu müssen.


Und erlauben Sie mir am Ende noch von einer Kraft zu sprechen, die so viel größer ist als Hass und so viel stärker als die Versuchung, einander zu Feinden zu erklären. Ich rede von der Liebe. Empedokles beschrieb Liebe und Streit als Kräfte, die verbinden oder trennen. Platon ließ im Symposion über die Liebe nachdenken als eine Sehnsucht, die uns über das bloß Eigene hinaus zum Schönen und Guten führen kann.

Wir müssen diese Gedanken nicht zu einer einzigen Lehre vereinheitlichen, um ihre Frage an uns zu hören: Welche Kraft wollen wir in unserer Welt nähren — die, die Menschen auseinanderreißt, oder die, die sie einander näherbringt?

Liebe ist dabei nicht bloß ein Gefühl und auch kein Ersatz für Gerechtigkeit oder kluge Politik. Sie zeigt sich in der Achtung vor dem Leben, im Mitgefühl für Leidende und im ernsthaften Versuch, den anderen zu verstehen, selbst wenn wir ihm widersprechen. Hass kann Menschen gegeneinander aufbringen; doch er kann keine gemeinsame Zukunft schaffen.

Liebe, als tätige Fürsorge und Verantwortung verstanden, kann Brücken bauen, wo Feindschaft Mauern errichtet. Sie gibt uns den Mut, Konflikte nicht zu leugnen, sondern sie ohne Verachtung und Gewalt zu bearbeiten.

Die größte Stärke eines Gemeinwesens liegt deshalb nicht allein darin, Krieg führen zu können. Sie liegt auch in der Weisheit, Krieg zu verhindern, in der Geduld, zuzuhören, und in der Vorstellungskraft, eine Zukunft zu schaffen, in der Menschen einander nicht als Feinde begegnen müssen. Mögen wir die Kraft wählen, die verbindet — und möge unsere Liebe zur eigenen Heimat uns nicht von der Menschheit trennen, sondern uns lehren, dass die Liebe zur eigenen Heimat jedem zugesteht. Möge unsere Liebe uns lehren der gesamten Menschheit, mit offenem Herzen und grosser Leidenschaft zu dienen.

Vielen Dank 








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