Die einzige Bewegung und Haltung, für die ich demonstriere.

Sie hat kaum Anhänger und macht in der Regel einsam.
Hört. Hört. Dieter Nuhr sprach mir da aus dem Herzen.
Es war diese Rede, die mich heute Morgen zu nachfolgenden Zeilen inspirierte. Ich dachte, da fehlt mir noch eine Kleinigkeit, um den Videoausschnitt und das Gesagte abzurunden.
Eine guter Ausschnitt aus seiner Rede. Ohne Zweifel.
Viele merken heutzutage leider nicht, wie sie instrumentalisiert werden. Vor allem über die Moral, die sich recht billig aktivieren lässt und selbst Ideologen und Hassprediger zum scheinbar glaubwürdigen, stets sehr einseitigen Moralisieren veranlasst. Diese Moralprediger haben meist eines gemeinsam. Ein sehr unkritisches Moralempfinden. Sie fühlen und denken nur in eine Richtung. Gegen andere und sie leugnen stets das gemeinsame Leid.
Der Humanist kann sich ihnen nicht anschließen. Wie auch? Denn als Humanist gilt es alle Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzuklagen - auf allen Seiten. Egal wer sie verübt. Egal aus welchen Motiven. Das aber wollen die Moralisten nicht.
Als Humanist solidarisiert man sich nicht mit Terrororganisationen, die die Vernichtung anderer Völker proklamieren, aber auch nicht mit Terrorregierungen, die es gleichsam tun.
Als Humanist sympathisiert man nicht mit dem Hass der Opfer und der Täter. Als Humanisten leidet man jedoch mit allen Opfern von Gewalt und mit den Hinterbliebenen. Der Humanist verurteilt die Verbrechen gegen die Menschlichkeit auf allen Seiten.
Humanisten rufen nicht zur Sühne und Gewalt auf, sondern zur Versöhnung. Sie schreien nicht auf Straßen herum, üben keine Gewalt gegen Polizisten und Passanten aus oder gegen irgendwelche Einrichtungen und sie spalten die Gesellschaft nicht..
Humanisten laden viel mehr zu gemeinsamen Gebeten und friedlichen Gesprächen ein. Sie suchen den verbindlichen Dialog, wo andere die von Hass getriebene Auseinandersetzung wollen.
Als Humanist erkennt man, dass es nicht DIE Guten und DIE Bösen auf einer Seite gibt, sondern, dass das Böse immer die Abwesenheit des Guten auf allen Seiten ist.
Humanisten haben es deshalb schwer, Gehör zu finden. Sie haben es schwer, gegen die Gehirnwäsche der Moral-Apostel und gegen die einseitig vorauseilende Moral der selbstgerechten Sympathisanten und Mitläufer des Hasses anzukommen.
Humanisten werden deshalb von allen Seiten bekämpft. Sie stören die Moralisten. Sie stören ihr Sendungsbewusstsein. Es ist doch so schön mit so vielen, so gut und gerecht zu sein. Es ist doch so wichtig auf der Seite der Wahrheit zu stehen und für sie zu kämpfen.
Die Wahrheit eines Humanisten ist eine andere. Sie hat sich dem Leben und den Menschen verschrieben. Die aber leiden überall.
Sei kein Mitläufer. Sei ein Mensch.











