DID70176 • 14. März 2020

Und "der Ausfluss der Tugend" ist höchst virulent.

Robespierre wird laut Wikipedia folgendes nachgesagt: "Der Terror ist nichts anderes als unmittelbare, strenge, unbeugsame Gerechtigkeit; er ist also Ausfluss der Tugend; er ist weniger ein besonderes Prinzip als eine Konsequenz des allgemeinen Prinzips der Demokratie , angewendet auf die dringendsten Bedürfnisse des Vaterlandes."

Virus hin. Virus her. Die größte Sorge macht mir nach wie vor das Hirn der Menschen. Vor allem derjenigen, die sich für moralisch überlegen fühlen, die ihr Sendungsbewusstsein nicht in Frage gestellt sehen wollen und die aus ihrer moralischen Überlegenheit heraus, eine seltsame Welt konstruieren.

Eine Welt in der sie auf jeden Fall genau wissen, was gut für die Welt ist und in der, auch nur das „Weiterdenken“ und das „Ergänzen“ ihrer Weisheiten schon als unerwünschte, ja unerlaubte Kritik und als Zynismus angesehen wird.

So geschehen heute bei mir. Da gibt ein Facebook-Freund einen gut gemeinten Kommentar ab, dem ich durchaus zustimmen konnte und den ich dennoch um weitere, kritische Gedanken über das Handeln von Politik und Gesellschaft erweitert hatte und - ehe ich mich versehen konnte - wurde ich schon als "Zyniker" verurteilt. Unmittelbar darauf wurden meine Kommentare gelöscht, mit dem Hinweis, kritische bzw. widersprechende Kommentare seien diesmal hier ausdrücklich nicht erwünscht, vor allem nicht von Personen, von denen man das sowieso im Vorfeld schon erwartet hätte. Das hat gesessen. Das tut weh.

Wow! Das war also heute meine Premiere auf Facebook. Denn bis dato wurde noch nirgendwo ein Kommentar von mir gelöscht. Ich finde es sowieso hochpeinlich, das zu tun.

Konsequenter wäre es gewesen, mich als Freund zu entfernen, dessen Meinung man ja kennt und die einen ja eh nicht mehr interessiert. Nun die Beendigung der Facebook Freundschaft habe ich dann unternommen, da ich nichts weniger in meinem Leben benötige, als den Kontakt zu Menschen, die sich nicht für meine Meinung interessieren. Denn ich halte mich für genauso wichtig im Konzert des Lebens wie jeden anderen auch.

Nun - ein reines Sendungsbewusstsein mit der Aufforderung, die eigene Botschaft nicht kritisch zu kommentieren oder zu ergänzen, das kannte ich bis dato nur aus den Erzählungen meiner Großeltern über das Nazi-Deutschland und aus aktuellen Berichterstattungen über Diktaturen und diktatorische Pseudodemokratien, die uns ja auch in Europa so langsam aber sicher immer mehr umgeben.

Nun gut - ich könnte das alles diesem Corona-Virus zusprechen…der die Menschen kirre macht. Aber das wäre zu einfach. Nein ich befürchte schlimmeres. Denn mittlerweile gibt es in unserer Gesellschaft eine erschreckende Tendenz zu einer moralafinen Mehrheits-Brei-Gesellschaft, die jegliche Kritik und Nachdenklichkeit von Zeitgenossen sofort aufs Befremdlichste verurteilt…, wer nicht so gut ist wie sie und wer ihre, von den Massen-Medien meist kritiklos geteilte Herden-Moral hinterfragt, oder sie auch nur ergänzt, der wird sofort zum Nestbeschmutzer, zum Zyniker, Nazi, Faschisten, Klimaleugner, AfD-Wähler und zum bösen, weißen alten Mann stilisiert.

Was mich noch viel mehr als das Virus das Fürchten lernt ist diese Unfähigkeit, sich mit unbeliebten und vor allem unpopulären Gedanken auseinanderzusetzen. Denn so gehen wir doch zügig auf eine vollkommen populistische Welt zu, in der am Ende selbst das vermeintlich Gute sich dem Populismus bedient und im „Grande Terreur“ der Jetztzeit endet.

Wie gesagt - das Hirn der Menschen macht mir Sorge und dennoch sehe ich in ihm die einzige Hoffnung. Es ist gleichzeitig kontaminiert mit allem möglichen Dreck und dennoch ist es am Ende der Ort, der das Heilmittel in sich trägt...auch wenn andere es eher im Herzen vermuten.

von dersven 13. Januar 2026
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